Leserfrage zum Thema Hochsensibilität

„Muss man als HSP auf Kaffee verzichten?“

Eigentlich ist das eine simple und sehr häufig gestellte Frage, aber die Antworten darauf sind sehr vielfältig und leider nicht so simpel.

Meine Neurologin hat gesagt, dass ich auf Kaffee verzichten sollte und mein Hausarzt hat gesagt, dass ich meinen Kaffee-Konsum reduzieren sollte und einfach ausprobieren muss, wie viel gut für mich ist.

Als langjährige Kaffeesüchtige wäre ein kompletter Verzicht von jetzt auf gleich nicht möglich gewesen. Zwar macht Kaffee einen nicht so süchtig und abhängig wie Drogen und Alkohol, aber einen gewissen „Entzug“ macht man beim Verzicht schon durch. Also habe ich mich für das Reduzieren und Ausprobieren entschieden.

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Clean Eating

Boah…bin ich sauer…

Ich habe gerade einen Artikel von einem britischen Arzt gelesen, der sagt, dass Clean Eating gefährlich sei und zu Mangelernährung und Essstörungen führt. So sagte er zum Beispiel, dass es unmöglich sei, sich entsprechend der Regeln des Clean Eatings ausgewogen zu ernähren.

Ja, es ist absolut unmöglich! Seit 1,5 Jahren ernähre ich mich unausgewogen, am Rande einer Essstörung und total mängelbehaftet. Mein selbst gebackenes Vollkornbrot mit Bio-Frischkäse und Schnittlauch vom Balkon ist ebenso „leer“, wie mein Knoblauch-Spinat mit Spiegelei und Schnitzel… total ungesund… keine Vitamine, keine Kalorien, keine Mineralien… Und mein Käsekuchen erst!  Unmöglich! Wahrscheinlich bilde ich mir nur ein, dass mein Einkaufswagen immer voll ist und ich regelmäßig etwas esse.

Was soll denn diese Aussage?!

Ich hasse es, wenn ein Thema so pauschalisiert und in eine Schublade gesteckt wird. Der Verzicht auf [chemische] Konservierungsstoffe, [chemische] Zusatzstoffe und industriell hoch verarbeitete Lebensmittel [Fertigprodukte] (das sind eigentlich schon alle Regeln) hat an sich nichts mit einer Essstörung zu tun! Aus jeder Ernährungsform heraus kann man eine Essstörung entwickeln; jeder entscheidet selber über den „Härtegrad“ seiner Ernährungsregeln. Das hat nichts mit dem Essen an sich zu tun, sondern mit der Suchtgefährdung jedes einzelnen. Wer stark gefährdet ist, der wird auf jeden Fall früher oder später eine Sucht entwickeln und wenn man eine Begründung dafür sucht, dann wird man auch immer eine finden, aber ich kann das doch nicht auf das Medium schieben! Alkohol ist doch nicht schuld daran, dass ich süchtig werde – daran bin ich schuld.

Ihr merkt, wie sehr mich das wurmt!

Viele Clean Eater leben nur „anders“, weil es ihre Gesundheit nicht erlaubt, „normale“ Lebensmittel zu konsumieren. Ich gehöre ja auch dazu. Mein Einkaufs- und Essverhalten hat nichts mit Abnehmen oder einer Störung zu tun. Ich möchte einfach keine unnötigen Schmerzen haben und so wenig Medikamente wie möglich zu mir nehmen müssen. Was ist daran gestört? Natürlich habe ich einen Mehraufwand und ich muss besonders auswärts genau überlegen, was ich essen kann, was ich „ausgleichen“ kann usw. Natürlich beschäftige ich mich mehr mit meinem Essen, aber ich tue das, um mich zu schützen. Die Mehrheit der Clean Eater macht das genauso.

Ich weiß nun nicht, wie es auf der Insel mit Bio-Lebensmitteln aussieht. Vielleicht ist es dort, bezüglich des Angebots und der Verfügbarkeit, wirklich schwieriger, sich so zu ernähren, wie man das für richtig hält, aber das liegt doch dann nicht an der Ernährungsweise.

Bitte erst überlegen und dann meckern! Das ist wie die Verteufelung von Veganern. Natürlich gibt es Essgestörte, die diese Ernährungsweise als Ausrede vorschieben und es gibt auch welche, die sich zu wenig mit ihrem Essen beschäftigen und Mängel entwickeln, aber die Mehrheit weiß genau was sie tut.

So, ich knabbere dann mal an einem Löwenzahn… *SPAß*!!! Ich esse gleich mein unmögliches, total mangelhaftes, vitamin-, nährstoff- und mineralstoffloses Curry.

P.s. auf dem Titelbild seht ihr übrigens selbstgemachte Nudeln mit Pilzen.