Ich habe keinen Kuchen im Gesicht! – Beauty-Frust

In der letzten Zeit habe ich mich von vielen Beauty-Blogs getrennt. Das hat vielfältige Gründe…

  1. Auf vielen Blogs werden die selben Produkte zur selben Zeit gezeigt. Das liegt daran, dass viele Beauty-Unternehmen ihre Produkte in einem sehr engen Zeitraum von Beauty-Bloggern testen lassen.
  2. Viele dieser Beiträge sehen gleich aus. Nun ist das einerseits dem Folgen von Trends geschuldet (auf Instagram „müssen“ alle Hintergründe weiß sein und Blumendeko ist ein „MUSS“), andererseits geben viele Unternehmen vor, wie der Beitrag zu ihrem Produkt auszusehen hat.
  3. Die vorgestellten Produkte werden immer teurer. Natürlich hat teure Kosmetik eine Daseinsberechtigung und ab und an kann man sich sowas auch gönnen, aber als normaler Mensch mit einem durchschnittlichen Einkommen kann man sich ein komplettes Make Up mit High-End-Produkten nicht leisten (bzw. würde es mit gesundem Menschenverstand nicht tun). Abgesehen davon ist die Zielgruppe solcher Blogs zwischen 14 und 25 Jahren alt… Wer in dieser Altersgruppe hat so viel Geld?
  4. Die geschminkten Looks sind zu heftig. Natürlich macht Frau sich gerne für ein Abendessen oder so aufwändig zurecht – es macht Spaß. Warum macht es Spaß? Weil es nicht alltäglich ist! Leider zeigen viele Bloggerinnen nur abendtaugliche Make Ups und nichts brauchbares für den Alltag. Ich kann doch aber nicht mit schwarzem Lidschatten und goldenem Glitzer nachmittags in den Supermarkt rennen. Naja, kann ich schon, aber da werde ich wohl ziemlich blöd für angeguckt, wenn nicht sogar von den netten Herren mit den weißen Jacken abgeholt.
  5. Täuschende Aufnahmen: mir ist es nicht nur einmal passiert, dass Produkte so retuschiert worden waren, dass ich sie in der Drogerie kaum wiedererkannt habe. Klar sehen die Bilder super aus, aber wenn das Produkt nicht so aussieht, dann sind die Konsumenten/ Leser getäuscht und enttäuscht. Ich war sehr enttäuscht… Aber nicht nur Produkte sehen besser aus, als in der Realität. Einige Beauties sind ganz schlau, machen sich ein hammergeiles Augen-Make Up und zeigen nur ein geschminktes Auge in der Nahaufnahme. Ich weiß jetzt warum! Weil es komplett geschminkt aussieht, als wäre man ein Theaterschauspieler in einem sehr dramatischen Stück. Ich hätte euch meinen Nachschmink-Versuch gerne gezeigt, aber es sah so unglaublich sch*** aus, dass ich das niemandem zeigen konnte.
  6. Sprache, Wörter, Sätze: einige Beauty-Blogger machen fast nur noch Bilder und schreiben einen Stichpunkt darunter. Das hat mit Bloggen nichts zu tun und gehört auf Instagram. Andere wiederum geben sich sprachlich und grammatikalisch keine Mühe, weil sie denken, dass nur die Bilder angeguckt werden. Noch schlimmer aber finde ich die „Beauty-Sprache“! Manche reihen einen Fachbegriff an den nächsten und man versteht nichts mehr. Da macht das Lesen keinen Spaß und man steht auch noch dumm da.

 

Um Punkt 6 kümmere ich mich jetzt noch. Die beiden Begriffe, die ich in letzter Zeit am häufigsten gelesen habe sind „cakey“ und „dewy“.

Cakey: Nein, das Wort hat nicht wirklich etwas mit Kuchen zu tun. Korrekt übersetzt heißt „cakey“ klumpig. Ok, wenn mein Make Up klumpig ist, dann gehört es in die Tonne und nicht in mein Gesicht. Darum geht es aber nicht. Andere sagen dazu „teigig“. Was für ein Teig? Mürbteig, Brandteig, Hefeteig…? Die sehen doch alle anders aus, fühlen sich anders an und die möchte ich auch nicht im Gesicht haben. 

Ich würde dazu einfach Rauputz sagen – wenn es zu viel war, dann bröckelt er von der Wand. Ahhhh… es geht also um zu viel Make Up, um zu stark deckendes Make Up, zu viel Puder, den Maskeneffekt und Betongesichter. Sowas sieht wirklich nur auf der Theaterbühne oder bei einem Fotoshooting ok aus.

Was machen wir dagegen? Wir haben folgende Möglichkeiten:

  1. weniger Make Up und Puder auftragen
  2. einen Primer verwenden
  3. Die Haut braucht Feuchtigkeit! Wenn ich Make Up auf trockene Haut auftrage, dann kann das nicht gut aussehen und halten tut es auch nicht.
  4. eventuell Gesichtshärchen entfernen – Diese machen das Make Up unregelmäßig und werden durch zu viel Puder unschön betont.
  5. Transparentpuder verwenden – meist ist die Pigmentierung von farbigen Pudern zu stark und so entsteht der Maskeneffekt
  6. Lieber leichte Foundations benutzen und mit mehreren Schichten arbeiten, als ein zu dickes und zu stark deckendes Produkt zu nehmen.
  7. Alles schön in die Haut einarbeiten! Ich klopfe zB. alle Produkte leicht ein.

 

Dewy: dewy heißt taufeucht. Ich würde einfach Fett-/Hautglanz sagen. Im Sommer ist es ja gar nicht schlimm etwas im Gesicht zu glänzen, aber in den anderen Jahreszeiten kann das ganz schön nerven und sich unangenehm anfühlen.

Dagegen helfen leider nur Puder und „oil blotting papers“, eine Art Löschblatt. Diese Papierchen sollen das überschüssige Fett/ den überschüssigen Talg aufsaugen. Im Prinzip tut es auch ein Taschentuch.  Vorbeugend kann man einen Matt-Primer verwenden und mattierende Produkte benutzen.

 

So, jetzt bin ich weniger frustriert und wir alle sind hoffentlich etwas schlauer. 

10 Gedanken zu „Ich habe keinen Kuchen im Gesicht! – Beauty-Frust

  1. Smirella sagt:

    😀 Da kann ich nur zustimmen!
    Ich habe auf Instagram viele Seiten wieder aus meinen Abos entfernt, weil alle Bilder gleich aussahen und überhaupt keine Seele hatten. Das beeindruckt einen am Anfang, wird aber umso schneller öde…
    Schade.

  2. Testgitte70 sagt:

    Nachdem du mir so ein nettes Kommentar auf meinem Blog hinterlassen hast, habe ich gedacht, ich muss mal sehen wer diese Stilhelferin ist 🙂 Und da bin ich auch schon und werde jetzt wohl öfter kommen, denn dein Bericht gefällt mir :))

    LG Brigitte

  3. Stephi sagt:

    Ein ganz wunderbarer Beitrag! Ich denke da ganz ähnlich wie du – vor allem was Produktpräsentation und Retusche geht. Aber hey, so ein Augenmakeup in schwarz und gold mit viel Glitzer wäre doch super für den Supermarkt 😄

    Danke auch für die tolle Begriffserklärung, jetzt weiß ich auch endlich mal bescheid 😊

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

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