Stress reduzieren – Teil 4

In diesem Teil geht es um Bewegung, Anspannung und Entspannung.

Jeder von uns baut Stress anders ab und darum möchte ich euch zu jedem einzelnen Aspekt Beispiele nennen, die ihr ausprobieren könnt, um zu sehen, welcher Typ ihr seid und was euch hilft.

 

Bewegung

Jeder von uns hat schon mal ein Kind beobachtet, welches in eigentlich ruhigen Momenten anfängt zu Zappeln, auf dem Stuhl nach vorne und hinten schaukelt oder auch mitten im Gehen plötzlich auf Zehenspitzen wechselt und so weiter läuft. Dieses Verhalten hat nichts mit Unhöflichkeit oder „anders sein“ zu tun, es ist die natürliche Art Stress abzubauen. Bitte unterbindet das nicht (außer, es kommt zu oft vor, dann geht bitte zum Kinderarzt), das Kind lernt schnell genug, diese „Eigenarten“ zu unterdrücken.

Hier ist das Stichwort: Unterdrücken 

Als Erwachsener spüren wir in Stresssituationen auch einen gewissen Bewegungsdrang, unterdrücken diesen jedoch, weil es unangebracht wäre, ihn auszuleben. Jeder von uns hatte doch schon mal diesen einen Kollegen, der ständig mit seinen Beinen wippt, sodass der ganze Tisch wackelt. Nervig, oder?! Und aus diesem Grund unterdrücken wir das. Wir möchten nicht negativ auffallen oder gar jemanden nerven.

Das ist natürlich nicht gut. Wir schieben den Stress und den Bewegungsdrang einfach nur auf einen Haufen, den wir irgendwann nicht mehr abbauen können.

Also ist es wichtig, nach einer Stresssituation, diese bei der nächsten Gelegenheit durch gezielte Bewegung abzubauen. Am besten geht das mit Ausdauersportarten, wie Schwimmen oder Laufen. Anderen hilft es vielleicht, sich beim Kraftsport auszupowern oder jemandem beim Kampfsport mal eins auf die Rübe zu geben . Ich mache gerne Yoga, was uns auch zum nächsten Punkt bringt.

 

Anspannung und Entspannung 

Nichts vereint diese beiden Punkte so gut wie Yoga. Es gibt unzählige Yoga-Formen, mit denen man sich erstmal auseinandersetzen muss, um die richtige für sich zu finden. Ich habe mich für Hatha-Yoga entschieden. Dabei braucht es eine gewisse Grundspannung im Körper, da die einzelnen Positionen relativ lange gehalten werden. Da jedoch jede Position im Einklang mit der Atmung eingenommen und auch wieder aufgelöst wird, strengt man sich zwar an, aber man überanstrengt sich nicht. Das ist besonders für chronische Erkrankungen im Hals-Nacken-Kopf-Bereich wichtig, da dort Überanstrengung zu starken Schmerzen führen kann. Außerdem wechselt man hier stets zwischen „Anspannungs- und Entspannungsübungen“, was im späteren Verlauf einem fiesen Muskelkater und totaler Erschöpfung vorbeugt (am Anfang hat man das schon).

Falls ihr der Meinung seid, dass eine Mischung aus Anspannung und Entspannung das Richtige für euch sein könnte, dann lest euch doch mal in die einzelnen Yoga-Formen ein; Qigong oder Thai-Chi könnten ebenfalls interessant sein.

 

Wer eher die Anspannung braucht, dem empfehle ich besonders Klettern oder Ballett-Training.

 

Entspannung gelingt am besten mit Massagen, einem schönen, heißen Bad oder mit Meditation. Wichtig ist, dass ihr mal nicht aktiv sein müsst, sodass alles von euch abfallen kann. Ich bin jetzt übrigens ein Fan von Akupressur, was mir ungemein beim Stressabbau hilft, da es ohne mein Zutun sämtliche Verspannungen löst. Dafür habe ich die Matte und das Kissen, welche ich euch schon kurz gezeigt hatte. Am Anfang kostet es ziemlich Überwindung, aber je öfter man das macht, desto angenehmer und hilfreicher wird es.

Für den schnellen Stressabbau zwischendurch empfehle ich diverse Atemübungen und Klopftechniken.

Meine Lieblings-Atemübungen 

  1. Die einfachste Übung ist es, zwei Minuten lang je drei Sekunden einzuatmen und sieben Sekunden auszuatmen. Am besten macht man das im Stehen, aber im Büro kann man das auch schnell im Sitzen machen. Im Stehen geht man dafür in die Schrittstellung (ein Bein nach vorne stellen) und hebt beim Einatmen die Arme nach oben. Beim Ausatmen lässt man die Arme wieder langsam sinken. Diese Atemübung soll, im Stehen ausgeführt, übrigens auch bei Rückenschmerzen helfen.
  2. Etwas komplizierter ist eine Übung, bei der man durch das eine Nasenloch ein- und durch das andere Nasenloch ausatmet. Für den Anfang hält man sich dabei das Nasenloch zu, welches man gerade nicht benutzt. Seitenwechsel nicht vergessen. Irgendwann klappt das dann auch ohne Zuhalten, sodass man diese Übung ebenfalls im Büro machen könnte.

Meine Lieblings-Klopftechniken/-Akupressurtechniken

  1. Ich habe herausgefunden, dass das Klopfen für mich mit Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger am besten geht. Nun gibt es bestimmte Punkte, die durch das Klopfen stimuliert werden können. Hier bietet es sich an, mal eine Meridian- oder Druckpunkt-Karte anzuschauen und die einzelnen Punkte mal durchzuklopfen/durchzudrücken. Mir hilft besonders das Klopfen in der Mitte des Dekolletés und auf den Handinnenflächen. Auf der Stirn zu klopfen ist auch gut, jedoch bei der Arbeit nicht sonderlich praktikabel.
  2. Ganz schnelle und sehr unauffällige Abhilfe kann man mit der Akupressur des Solarplexus erreichen. Dieser liegt zwischen den oberen Rippenbögen unterhalb der Brust. Hier kann man einfach die Hände auflegen und leicht drücken. Jeder, der einen dabei sehen sollte, wird denken, dass man entspannt sitzt und vor sich hin grübelt.

 

Das war jetzt viel Text, aber ich hoffe, dass für jeden etwas hilfreiches dabei war! 

Im fünften Teil geht es dann um ein sehr schwieriges Thema (lasst euch überraschen) und es gibt eine kleine Zusammenfassung.

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