Stress reduzieren – Teil 2

Na, habt ihr in den letzten Tagen schön vor euch hin gegrinst?  Ja, man kommt sich manchmal ziemlich blöd dabei vor, aber es hilft. Später reicht es auch, wenn man in sich hinein grinst.

In diesem Teil geht es darum, über den Dingen zu stehen.

Es gibt Tage, an denen einem alles zu viel wird und über den Kopf zu wachsen droht. Da kann es gut sein, einfach mal seine physische Position zu ändern, um auch seine psychische Position ändern zu können.

 

Mein Tipp: wenn alles zu viel wird, dann die Tätigkeiten und Gedankengänge stoppen und sich auf einen Stuhl oder eine andere erhöhte Position stellen (also wirklich über den Dingen stehen). Tief ein- und ausatmen und sich sagen, dass alles nicht so schlimm ist und dass die Welt nicht untergehen wird, wenn dies, das und jenes heute nicht mehr geschafft wird. Nun noch kurz umschauen und das betrachten, was man schon geschafft hat. Das ist doch viel mehr wert, oder?

Sollte euch so eine Situation woanders und nicht zu Hause passieren, reichen auch Raumwechsel oder z.B. ein Badvorleger für eine Positionsänderung. Hauptsache, ihr habt kurz Ruhe, könnt über alles nachdenken und runterfahren.

 

Im Prinzip geht es hierbei darum, das große Ganze für einen Augenblick zu verlassen und sich auf eine Insel zu begeben, von der aus man alles auf sich wirken lassen kann. Anschließend können neue, realistischere Pläne gemacht werden. So lernt man, sich auf Dauer erfüllbare Ziele zu stecken, glücklicher mit dem zu sein, was man geschafft hat und Liegengebliebenes zu akzeptieren und weniger schlimm zu finden.

 

Ein Beispiel: Ich bin immer heillos überfordert, wenn mir jemand meine Tagesplanung über den Haufen wirft. Das ist für mich besonders schlimm, wenn es um Haushaltsdinge geht, auf die ich eh keinen Bock habe und auf die ich mich deswegen stark konzentrieren muss, um keinen Blödsinn zu machen. Als hochsensible Person bin ich aber sehr schnell abzulenken und vergesse dann alles andere. Ich könnte mich dann stundenlang über mich und den Schuldigen aufregen, aber das bringt ja nichts. Also rolle ich mir in solchen Situationen meine Yogamatte aus, stelle mich in die Mitte und überlege. Ich sage mir zuerst, dass es nicht schlimm ist, dass meine Planung nun angepasst werden muss. Dann überlege ich, was ich schon gemacht habe und was ich noch machen wollte. Aus dieser Liste wähle ich dann die wichtigsten 3 Sachen aus und prüfe, ob es wirklich realistisch ist, sie noch zu schaffen. Wenn das passt, atme ich noch einmal tief durch und es kann weiter gehen.

Nun könnte man sich fragen, warum ich mir 3 Sachen aussuche und nicht versuche, so viel wie möglich abzuarbeiten.

  1. „3“ ist irgendwie eine magische Zahl (alle guten Dinge sind 3); auf einem Sieger-Podest hat man ja auch drei Plätze und die Zahl ist so gut greifbar.
  2. Es ist für mich realistisch, mir 3 Sachen zu merken und diese ohne Überanstrengung zu schaffen.
  3. Da mich die Ablenkung immer noch wurmt, brauche ich mehr Zeit zum runterkommen und muss daher etwas mehr Zeit für Yoga und Entspannungsübungen einplanen.

 

Im nächsten Teil geht es um Gewohnheiten und Rituale.

 

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