Stress reduzieren – Teil 1

Egal bei welchen Wehwehchen man nach Rat fragt, fast immer kommt die Aussage, dass Stress der Übeltäter sei und man ihn doch reduzieren soll.

Ich finde das immer sehr leicht gesagt. Würde ich mein Stresslevel auf ein absolutes Minimum senken wollen, dann müssten wir Geld abschaffen, einige nervige Ämter und Institutionen abschaffen und allen Leuten Happy-Maker geben. Abgesehen davon würde ich in einer Waldhütte, oder noch besser, in einem Bunker im Wald leben. Wenig realistisch, oder?

Fragt man dann, was man gegen den Stress tun soll, dann kommen Sachen wie Yoga, Sport, Meditation, Malen… Natürlich helfen alle diese Dinge wunderbar, aber man muss sich dafür die Zeit nehmen und da geraten viele von uns schon wieder in Stress – woher soll ich die Zeit nehmen???

Für meine Begriffe ist das der völlig falsche Ansatz. Vergleichen können wir das ganz toll mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Hand aufs Herz, wie lange haltet ihr euch an eure Vorsätze? Nicht lange, oder? Wie denn auch; der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wenn wir von jetzt auf gleich etwas verändern, bringt uns das vollkommen aus dem Takt und das mögen wir nicht.

Wirklich etwas verändern können wir nur Schritt für Schritt.

 

In diesem Teil meiner kleinen Serie geht es um den ersten Schritt, dem ich schon einen eigenen Beitrag gewidmet habe, Akzeptanz (Akzeptanz – einfach mal gut sein lassen).

Leider müssen wir lernen zu akzeptieren, dass wir nicht alle Stressfaktoren eliminieren können. Das fängt schon morgens an. Manch einer wird vielleicht von seinem schreienden Kind geweckt und findet das nicht sonderlich schön. Ein anderer fühlt sich von Kirchengeläut oder der Müllabfuhr, die morgens um 6 Uhr die Glascontainer leert, man selbst darf aber aus Lärmschutzgründen erst ab 7 Uhr Glas entsorgen, belästigt. Das alles können wir nicht ändern! Also regt euch meinetwegen kurz darüber auf und Schluss –> tief ein- und ausatmen.

Im Grunde genommen ist der einzige Faktor, den wir ändern können, unser Selbst. Den meisten Stress machen wir uns nämlich immer noch selber. Das hat viele Gründe, aber die häufigsten Gründe sind übersteigerter Perfektionismus, krankhafter Ehrgeiz und anderen gefallen zu wollen. Natürlich können wir solche Wesenszüge nicht so einfach ändern. Der erste Schritt ist aber die Erkenntnis und eine darauffolgende Akzeptanz dessen, was ich gerade schwachsinniger Weise tue und mich dadurch selbst stresse.

Vor allem wir Frauen neigen ja häufig dazu, viele Dinge gleichzeitig zu bearbeiten. Schließlich sind wir ja multitaskingfähig… *MÖÖÖP*… sind wir nicht! Keiner ist das! Es mag zwar häufig gut gehen, wenn wir telefonieren und nebenbei kochen, aber irgendwann geht das gehörig in die Hose! Eine Aufgabe kann nur richtig gut gelöst werden, wenn man sich ausschließlich mit ihr beschäftigt.

Nun könnte man sich vornehmen, dies in Zukunft abzustellen, aber da wären wir auch wieder bei meinem Anfang. Das macht keinen Sinn und nach ein paar Minuten versuchen wir doch wieder mehrere Sachen gleichzeitig zu erledigen. Wir müssen akzeptieren, dass wir Multitasking nicht können und wir müssen akzeptieren, dass es blöd ist, sich selber Stress zu machen.

Mein Tipp: Wenn ihr euch mal wieder bei einer Sache erwischt, die euch unnötigen Stress bereitet, dann hört kurz auf, macht euch die Situation bewusst und grinst. Am besten funktioniert das mit einem Spiegel in der Nähe. Dann habt ihr nämlich nicht nur den Gedanken, dass euer Handeln dämlich ist, sondern seht auch noch euer dämlich grinsendes Gesicht.

Zugegeben, das hört sich ganz schön sinnfrei an, aber wenn man das ein paar Mal macht, dann unterlässt man unnötig stressige Handlungen ganz von allein. Wir stressen uns ja nicht absichtlich, sondern unbewusst und wenn wir uns die Situationen bewusst machen und sie bewusst ins Lächerliche ziehen, dann kommen wir aus dieser Stresssituation raus.

 

Probiert es einfach aus! 

Im nächsten Teil geht es darum, über den Dingen zu stehen.

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