3. Türchen

Wir machen einen Plan!

Spätestens jetzt gehen die Diskussionen mit der lieben Familie los. Wer ist wann bei wem? Wer kümmert sich um Essen, Deko, Baum, Geschenke… Da kommt einiges Zusammen!

Damit man sich nicht vollkommen verrückt macht, sollte man ein paar Dinge bedenken und vielleicht auch überdenken.

 

Der Geschenkewahnsinn

Man hat das Gefühl, dass die Sache mit den Geschenken jedes Jahr mehr ausartet. Immer größer, immer teurer, immer statusorientierter  – viele von uns wollen und können da nicht mithalten. Bei solchen Angelegenheiten ist es wichtig, dass man seine Vorstellungen und Wünsche offen kommuniziert. Man könnte zum Beispiel Preisobergrenzen für Geschenke festlegen, damit sich niemand schlecht fühlen muss, wenn das Geld knapp ist.

Auch könnte man den Kreis der zu beschenkenden Personen einschränken. Muss ich der Tante meines Vaters etwas schenken? Nein, muss ich nicht.

Lustig und preiswert sind Wichteln oder Schrottwichteln. Hier geht es wirklich nur um Kleinigkeiten, die man kaufen kann, oder die man zu Hause hat. Eine Tante hat dir zum Geburtstag eine nicht sonderlich hübsche Vase geschenkt? Kein Problem, nimm sie mit zum Wichteln! So wird man unpassende Geschenke ohne schlechtes Gewissen los. 

Ziemlich krass, aber definitiv die stressfreiste und günstigste Variante – nichts schenken. Damit sorgt man zwar für einige Empörung, aber langfristig lebt es sich einfach besser. Wenn ich nichts verschenke, muss mir auch nichts geschenkt werden. Da kann wenig schief gehen und viele Enttäuschungen bleiben aus. Sollte mir doch etwas geschenkt werden, muss ich kein schlechtes Gewissen haben, denn ich habe ja gesagt, dass ich nichts verschenke. 

 

Familie und Rituale

Hier treffen wir auf ein sehr hohes Streitpotential! Wichtig ist, dass sich jeder Gedanken darüber machen sollte, wie Weihnachten für ihn abzulaufen hat. Dabei sollte im Fokus stehen, dass sich niemand zerreißen muss!

In Anbetracht des Demografischen Wandels sollten wir uns dringend vor Augen führen, dass heutzutage sehr viele Erwachsene nicht nur ihre Eltern und Kinder, sondern auch ihre Großeltern haben. Viele junge Erwachsene haben sogar noch Urgroßeltern. Bei Paaren doppeln sich Eltern, Großeltern und Urgroßeltern und bei Patchwork-Familien wird es schon unübersichtlich. Außerdem ist es vollkommen normal, dass man seine Familie nicht mehr im Umkreis wohnen hat und für diverse Anlässe ins Auto springen muss.

Hier müssen sich alle klar machen, dass es utopisch ist, alle an einen Tisch zu bekommen und oft reichen auch die 2-3 Tage Weihnachten nicht aus. Nun muss offen darüber gesprochen werden, dass es nichts mit der Wertschätzung einer Person zu tun hat, wenn ich diese erst am 2. Weihnachtsfeiertag oder auch erst nach Weihnachten besuchen komme – viele denken das nämlich. Oft ist es organisatorisch einfach nicht möglich, auch wenn man es gerne anders hätte.

In solchen Situationen sollte man dem Pragmatismus den Vortritt lassen. Die, die am 24. 12. arbeiten, sollten den Abend im engsten Kreis verbringen dürfen. Es bringt nichts, wenn man total fertig aus dem Büro sprintet, um pünktlich an Muttis Tisch zu sitzen. Ansonsten sollte man versuchen, möglichst kompatible Grüppchen zu bilden und nicht mehr als zweimal pro Tag irgendwo hinfahren zu müssen. An Weihnachten herrscht ohnehin überall das Verkehrschaos und es ist wirklich nicht schön, wenn man Weihnachten unter Zeitdruck verbringen muss.

Wenn nach Weihnachten wieder Ruhe eingekehrt ist, können die übrigen Personen besucht werden. Meist ist das dann für alle Seiten viel entspannter.

Der nächste Punkt ist der obligatorische Besuch in der Kirche oder der Mittagsspaziergang. Wer keine Zeit, Lust oder sonst was hat, sollte einfach nicht mitmachen. Ende der Diskussion! 

 

Vieles hört sich egoistisch an und bricht mit den Traditionen, aber warum sollte man keine neuen Traditionen einführen? Schließlich ist heute nicht gestern und was gestern super funktioniert und alle glücklich gemacht hat, kann heute schon das genaue Gegenteil bewirken. Wir können uns nicht an die Weihnachtsvorstellungen der anderen anpassen, wir müssen die Vorstellung von Weihnachten an uns anpassen. Hier wäre es übrigens sehr schön, wenn die Medien auch mal andere Formen von Weihnachten zeigen würden. 

2 Gedanken zu „3. Türchen

  1. Beate Seifert sagt:

    Bei uns haben sich die Rituale und Traditionen mit Geburt unserer Tochter Sophie komplett verändert. Die Festtage werden jetzt gemeinsam verbracht und die Familie kommt ab jetzt zu uns. :-))) Klar, dass wir dann auch den Plan vorgeben, was zum Beispiel Essen oder den Kirchenbesuch betrifft. Auf jeden Fall ist es doch sehr schön, als Großfamilie die Festtage gemeinsam zu verbringen.

    • Stil Helferin sagt:

      Das finde ich sehr schön und durchdacht! Genau so sollte es auch laufen, damit sich alle an Weihnachten wohlfühlen. Ich wünsche dir und deiner Familie eine tolle Adventszeit und schöne Weihnachten. 🙂

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